Text: GaultMillau Schweiz I Fotos: Roy Matter
Ein Profi in der Küche. Vier Solothurner Geschäftsleute tun sich zusammen mit dem Ziel, den historischen «Tiger» am Stalden beim Friedhofplatz neu zu beleben. An die Front schicken sie Jürgen Andre, vormals im «Widder» Zürich, im «Meridiano» Bern, als Chef in der «Villa Lindenegg» Biel und dem «Buchser» Feldbrunnen. Sein Auftrag: Ein zeitgemässes, nachhaltiges Konzept zu realisieren, auch eines, das in Solothurn noch nicht vorkommt. Bild oben: Küchenchef Jürgen Andre und Lorane La Manna, Restaurantleitung.
Zum Start: riesige Kartoffelchips, Pickles & Harissa-Mayo.
Ein Profi mit Erfahrung in der Küche: Jürgen Andre.
Als Extra: Den Swiss Lachs gibt's zum Fenchel-Ceviche.
Sharing. Fleischlos. Das ist dem Chef restlos gelungen, auch wenn er manches nicht selbst erfunden hat: Weder das Sharing, das ja ziemlich in Mode gekommen ist, noch die Idee, die Gänge im Grundsatz fleischlos zu gestalten, wozu dann aber als Extra doch noch Fleisch oder Fisch bestellt werden kann. Dennoch überrascht jeder Service. Die Chips als Starter sind grossformatig wie Segeltücher und ultimativ knusprig. Zusammen mit dem gepickelten Gemüse und der Harissa-Mayonnaise sind sie fast eher ein Vorspeisengang als eine Unterlage zum Apéro. Der Brotgang, auch er eine Modeerscheinung, verdient hier seinen Namen wirklich: Zum Urdinkel-Sauerteigbrot kommen Zwiebelbutter, Schnittlauch-Vinaigrette und optional Speckcrème.
Spitzkohl mit Pommery-Senf. Der «Römersalat» ist ein Caesar Salad in Form eines halbierten Babylattichs, der mit schwarzem Knoblauch und Alpkäse belegt ist. Das Fenchel-Ceviche ist passend mit Leche de Tigre zubereitet, dazu kommen Passionsfrucht und Estragoncreme, als eventuelles Extra Swiss Lachs. Der vielleicht originellste Teller ist Spitzkohl mit Pommery-Senf, Schalotte, Kaviar des Feldes und wahlweise Winterkabeljau. Dicht dahinter folgt Pulled Mushroom an Teriyaki-Sauce, Lattich-Schiffchen dienen zum Einrollen; dazu ist das fleischliche Gegenstück Pulled Pork zu haben.
Winterliches Gemüsegericht: Rotkabis, Mandarinen, Hummus, Datteln & Erdnüsse.
The Place to b. Die «Tiger»-Köche ziehen ihr Ding durch. Das Dessert ist inspiriert vom Dubai-Style: Pistazie mit Tahini, Toblerone und Kataifi-Fäden. Vorsicht: Das Sharing-Konzept verleitet dazu, zu viele Gänge zu bestellen! Alternativen: Das Überraschungsmenü. Das Überraschungsmenü light. Oder für Nicht-Vegetarier dann halt doch ein grosses Gericht: Special Cut vom Swiss Black Angus, Landschweinnacken, Kalbshaxe zum Teilen (ein Kilo, 24 Stunden geschmort). GaultMillau-Rating: 13 Punkte.
Die GaultMillau-Tester stellen im Auftrag der UBS jede Woche einen «Place to b.» vor: Adressen für den gepflegten Businesslunch, für den Brunch am Wochenende, für ein Essen mit Freunden, für Trendsetter & Entdecker, für Verliebte. Bereits erschienene «Tipps der Woche» finden Sie hier.